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ETIKETTEN LESEN

Zutat, Verbindung, Tagesportion: was die Angaben wirklich sagen.

Eine verständliche Zutatenliste und eine Mengentabelle ergänzen einander. Keine davon erzählt allein die ganze Geschichte.

Linsen, Gemüse und Vollkornbrot auf einer Edelstahl-Arbeitsfläche

Ein Etikett lässt sich am besten in einer festen Reihenfolge lesen: zuerst die Lebensmittelbezeichnung, dann die Portion, anschließend Mengen und Zutaten und zuletzt die Verwendungshinweise. Diese Reihenfolge verhindert, dass ein einzelnes Wort oder eine besonders große Zahl den ganzen Eindruck bestimmt.

Die Lebensmittelbezeichnung zuerst

„Nahrungsergänzungsmittel“ benennt die Art des Lebensmittels. Das Wort macht aus einem Produkt kein Arzneimittel. Bezeichnungen wie „für Männer“ oder eine bestimmte Gestaltung ersetzen keinen Nachweis einer Wirkung. Bei Produkten im Umfeld von Sexualität lohnt es sich deshalb, besonders zwischen Zusammensetzung und Versprechen zu unterscheiden.

Mineralstoff und Verbindung auseinanderhalten

Magnesiumcitrat und Magnesium sind keine austauschbaren Mengenangaben. Magnesiumcitrat enthält neben Magnesium weitere chemische Bestandteile. Bei TAKTWERK Magnesium 150 sind deshalb 1.000 mg Magnesiumcitrat und die darin enthaltenen 150 mg Magnesium getrennt aufgeführt. Die 150 mg sind die für den Nährstoffvergleich relevante Angabe.

Dasselbe Prinzip gilt auch bei anderen Mineralstoffverbindungen. Eine Zutatenliste benennt die verwendete Verbindung, während die Nährstofftabelle häufig die enthaltene Nährstoffmenge zeigt. Wenn diese Unterscheidung fehlt, lässt sich ein Vergleich schnell falsch lesen.

NRV ist ein Referenzwert

NRV steht für Nährstoffbezugswert. Ein Prozentsatz zeigt, in welchem Verhältnis eine angegebene Vitamin- oder Mineralstoffmenge zum festgelegten EU-Vergleichswert für Erwachsene steht. 100 % NRV bedeutet nicht, dass jede Person genau diese Menge zusätzlich einnehmen sollte. Nahrung und weitere Produkte tragen ebenfalls zur Zufuhr bei.

Für manche Stoffe, etwa die im Sortiment enthaltenen Aminosäuren oder Macawurzel, ist kein solcher NRV festgelegt. Ein Gedankenstrich bedeutet dann nicht „kein Inhalt“, sondern „kein festgelegter Referenzwert“.

Die vollständige Zutatenliste mitlesen

Neben den hervorgehobenen Zutaten gehören auch Kapselhülle, Füllstoffe und gegebenenfalls Trennmittel zur Rezeptur. Die Zutatenliste soll diese Komponenten benennen. Sie beantwortet eine andere Frage als die Tabelle: Die Tabelle zeigt die hervorgehobenen Mengen pro Portion; die Zutatenliste nennt die eingesetzten Bestandteile.

Bei Pflanzen sind Pflanzenart und verwendeter Teil wichtig. Gemahlene Macawurzel und ein Macaextrakt sind nicht dasselbe. Ohne Angaben zum Extrakt lässt sich keine Konzentration aus dem Namen ableiten. Maca 600 enthält deshalb ausdrücklich gemahlene Wurzel.

Den Kontext nicht überspringen

Verzehrhinweise, Zielgruppe und Warnungen gehören zur Produktentscheidung. Ein Nahrungsergänzungsmittel ersetzt keine abwechslungsreiche Ernährung. Die Hinweise sollen zusammen mit der Zusammensetzung gelesen werden, insbesondere wenn bereits Arzneimittel oder andere Präparate verwendet werden.

Für den nächsten Vergleich kannst du drei Fragen mitnehmen: Auf welche Portion bezieht sich die Menge? Was ist die tatsächlich angegebene Zutat? Welche Hinweise muss ich vor der Verwendung beachten? Diese Fragen führen weiter als eine besonders auffällige Zahl auf der Vorderseite.

Magnesium 150 im Detail ansehen · Die Angaben zu Maca 600 lesen

Quellen: Nahrungsergänzungsmittelverordnung, § 4; Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang XIII.

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